Steuer-Hinweis: Vorsicht bei Sachgeschenken!

Die Obergrenze für Zuwendungen an Mitglieder soll zum Jahreswechsel auf 60 Euro steigen, aber es ist trotzdem Vorsicht geboten. Denn vieles scheint unklar. Durch die Lohnsteueränderungsrichtlinien werden ab dem 1.1.2015 die Grenzbeträge für Aufmerksamkeiten (Sachzuwendungen, Arbeitsessen und Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen) angehoben. Geschenke des Arbeitgebers zum Geburtstag, zu anderen persönlichen Anlässen oder bei Betriebsveranstaltungen sind dann bis zu einem Wert von 60 Euro steuerfrei.

Bisher betrug der Wert 40 Euro (Lohnsteuer-Richtlinien R 19.6). Aber ob damit auch die 40-Euro-Grenze für Zuwendungen an Mitglieder steigt, ist nicht geklärt. Diese Grenze basiert auf einer Verwaltungsregelung im Anwendungserlass zur Abgabenordnung (Ziffer 9 zu § 55 Abs. 1 Nr. 1 AO). Danach sind Zuwendungen an Mitglieder ohne Schaden für die Gemeinnützigkeit, „soweit es sich um Annehmlichkeiten handelt, wie sie im Rahmen der Betreuung von Mitgliedern allgemein üblich und nach allgemeiner Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen sind“.

Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Zuwendungsgrenze für gemeinnützige Einrichtungen damit erhöht. Es gibt nämlich keine Verwaltungsregelung, die die 40-Euro-Grenze an die Aufmerksamkeiten-Regelung der Lohnsteuer-Richtlinien bindet.

Vereine sollten deswegen mit dem Finanzamt klären, ob es künftig Zuwendung bis zu 60 Euro pro Person und Jahre akzeptiert.

Hinweis: Solche Zuwendungen sind nur in Sachform zulässig. Geldgeschenke sind generell gemeinnützigkeitsschädlich.

(Quelle: vereinsknowhow.de)