Steuercheck für gemeinnützige Organisationen

Die steuerliche Behandlung gemeinnütziger Organisationen gehört mit zu den kompliziertesten Vorgängen im deutschen Steuerrecht zu bieten. Die Folgen von Fehlern sind nicht unerheblich. Es droht unter Umständen  der Entzug der Gemeinnützigkeit; Steuernachzahlungen können sich über Jahre zu erheblichen Beträgen summieren. Der Vereinsinfobrief von vereinsknwohow.de stellt die typischen Steuerrisiken dar und liefert damit eine Checkliste für die Risikominimierung.

Die steuerlichen Risiken treffen zudem die gesetzlichen Vertreter der Organisation auch persönlich: Das Finanzamt kann in den meisten Fällen einen Haftungsbescheid gegen Vorstand/Geschäftsführer erlassen, wenn die Steuerschuld bei der Organisation selbst nicht eingetrieben werden kann.

1. Freigrenzen als Risikoschwelle
Vielfach überschreiten kleine gemeinnützige Organisationen weder die Kleinunternehmergrenze bei der Umsatzsteuer noch die Umsatzfreigrenze bei den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben. Die steuerlichen Risiken sind dann gering, weil selbst beim Entzug der Gemeinnützigkeit keine Steuernachzahlungen drohen. Lediglich bei der Fehlverwendung von Spendenmittel besteht dann ein Haftungsrisiko.

Umsatzsteuer
Die Kleinunternehmergrenze bei der Umsatzsteuer bezieht sich vor allem auf das Vorjahr. Waren die Umsätze nicht höher als 17.500 Euro, muss auch im laufenden Jahr keine Umsatzsteuer berechnet werden, wenn der voraussichtliche Jahresumsatz nicht höher ist als 50.000 Euro.

Die Grenzen beziehen sich aber nicht auf die Gesamteinnahmen, sondern nur auf die steuerbaren Entgelte. Nicht dazu gehören in aller Regel die Mitgliedsbeiträge. Ebenso wenig die Spenden, wenn es sich dabei nicht um Vergütungen handelte – etwa bei fälschlicherweise als Spenden behandelte Zahlungen von Sponsoren, für die nennenswerte Werbeleistungen erbracht wurden. Im Einzelfall können Zuschüsse umsatzsteuerpflichtiges Entgelt sein. Das betrifft gemeinnützige Organisationen aber nur in seltenen Fällen.

Zweckbetriebseinnahmen sind in einer Reihe von Fällen umsatzsteuerbefreit. Das betrifft etwa Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Bildungseinrichtungen, Sportveranstaltungen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Tätigkeiten im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Da in vielen dieser Fälle die Steuerbefreiung an die Gemeinnützigkeit geknüpft ist, kann hier der Verlust der Gemeinnützigkeit ein steuerliches Risiko bedeuten, weil für die entsprechenden Jahre die Steuerbefreiung entfällt.

In der Summe sind gemeinnützige Einrichtungen deswegen oft nicht in umsatzsteuerpflichtig, weil die wenigen steuerpflichtigen Einnahmen unterhalb der Kleinunternehmergrenze liegen.

Wichtig: Das bedeutet aber keineswegs, dass gemeinnützige Körperschaften grundsätzlich keine Umsatzsteuer erheben müssen. Überschreiten die Einnahmen 17.500 Euro, sollten in jedem Fall geprüft werden, ob alle Umsätze steuerfrei sind. Da die Kleinunternehmergrenze relativ niedrig ist, wird sie leicht überschritten – auch wenn nur ein Teil der Einnahmen betroffen ist.

Körperschaft und Gewerbesteuer
Körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig sind in gemeinnützigen Organisationen nur die Überschüsse der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe. Hier besteht die Freigrenze von 35.000 Euro. Liegen die Einnahmen (inklusive Umsatzsteuer) nicht über diesem Betrag, bleiben die erzielten Überschüsse – unabhängig von der Höhe – körperschaft- und gewerbesteuerfrei. Bei Vereinen kommt noch ein Freibetrag von 5.000 Euro hinzu. Der Überschuss wird also nur besteuert, soweit er höher ist als 5.000 Euro.

Überschreiten die Einnahmen aller steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe die Freigrenze nicht, wird keine Körperschaft und Gewerbesteuer fällig.

Steuerliche Risiken bestehen hier:

  • wenn steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe fälschlicherweise als Zweckbetriebe behandelt werden
  • wenn bei Entzug der Gemeinnützigkeit Zweckbetriebe zu steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben werden
  • wenn die Freigrenze überschritten wird, ohne dass Rücklagen für die Ertragssteuern gebildet werden.

Checkliste

  • Liegen die Gesamteinnahmen unter 17.500 Euro, beschränken sich die Haftungsrisiken ausschließlich auf die Fehlverwendung von Spendenmitteln (Spendenhaftung).
  • Bei Einnahmen von über 17.500 Euro sollte eine eventuelle Umsatzsteuerpflicht geprüft werden. Einnahmen aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuschüssen müssen hier aber in der Regel nicht mit einbezogen werden.
  • Geprüft werden sollte vor allem, ob die Voraussetzungen für eventuelle Umsatzsteuerbefreiungen tatsächlich vorliegen. Das betrifft vor allem die Einnahmen aus Zweckbetrieben.
  • Wird mit den Einnahmen aus wirtschaftlichen Tätigkeiten die Freigrenze von 35.000 Euro überschritten, ist die Unterscheidung von Zweckbetrieben und steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben wichtig. Überprüft werden sollte, ob die Voraussetzung für die Steuerbegünstigung tatsächlich vorliegt (dazu in einem der folgenden Beitragsteile). Das ist auch umsatzsteuerlich wichtig, weil Zweckbetriebe (bis auf sehr wenige Ausnahmen) nur dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen. Problematische Fälle sind hier z.B. Integrationsbetriebe und Beschäftigungsgesellschaften. Auch Einrichtungen der Wohlfahrtspflege (z. B. Sozialkaufhäuser) sind hier oft problematisch. Sie dürfen „nicht des Erwerbs wegen“ betrieben werden. Eine systematische Gewinnerzielung führt zur Aberkennung der Zweckbetriebseigenschaft und entsprechenden Besteuerung. Das Gleiche gilt, wenn mehr als ein Drittel der Leistungen an nicht begünstigte Personen erbracht werden.

2. Der Verlust der Gemeinnützigkeit

Der Verlust der Gemeinnützigkeit ist ein besonderes steuerliches Risiko:

  • Es kann zur Nachversteuerung bei Umsatz- und Ertragssteuern kommen.
  • Der Spendenabzug entfällt zukünftig.
  • Andere mit der Gemeinnützigkeit verbundene Vorteile entfallen. Das gilt insbesondere für Zuschüsse, die nur gemeinnützigen Einrichtungen gewährt werden.

Die häufigsten Gründe für den Entzug der Gemeinnützigkeit sind:

  • Der Verein verfolgt seine satzungsmäßigen Ziele nicht mehr. Das gilt auch, wenn Zwecke verfolgt werden, die zwar grundsätzlich begünstigt, aber nicht die eigenen Satzungszwecke sind. Eventuell muss hier die Satzung angepasst werden.
  • Es wurden für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit notwendige Satzungsbestimmungen geändert oder die Satzungszwecke ohne Rücksprache mit dem Finanzamt geändert.
  • Es wurde gegen den Grundsatz der satzungsmäßigen Vermögensbindung verstoßen, etwa weil zweckgebundene Mittel im steuerpflichtigen Bereich eingesetzt wurden.
  • Gemeinnützige Mittel flossen über die erlaubten Grenzen hinaus in den Ausgleich von Verlusten der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe oder der Vermögensverwaltung.

Checkliste

  • Treten die Satzungszwecke gegenüber anderen Tätigkeiten in den Hintergrund?
  • Werden in nennenswerten Umfang zweckfremde Tätigkeiten verfolgt und dabei Mittel verbraucht?
  • Decken sich Satzungszwecke und tatsächliches Tätigkeitsprofil noch?
  • Entstehen im steuerpflichtigen Bereich Dauerverluste?

Quelle: vereinsknowhow.de

Vereins-Info: Welche Umsatzsteuer bei Events?

Niemand kommt ohne aus, jeder macht es. Nicht allein im Sport. Der Verkauf von Speisen und Getränken gehört regelmäßig zu den Nebenleistungen von Veranstaltungen. Auch Vereine stehen dann vor der Frage, ob die Umsätze als Lieferung von Lebensmittel nur dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen oder als „Verzehrumsatz“ der Regelbesteuerung.

Lieferung und Verzehrumsätze

Was gilt wann?

Für den Verkauf von Speisen gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz (7%) für Lebensmittel, wenn er nicht für den Verzehr vor Ort erfolgt.

Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle ist dagegen eine „sonstige Leistung“ (zum Regelsteuersatz von 19%), wenn die Speisen und Getränke nach den Umständen der Abgabe dazu bestimmt sind, an einem Ort verzehrt zu werden, der mit dem Abgabeort in einem räumlichen Zusammenhang steht und besondere Vorrichtungen für den Verzehr an Ort und Stelle (vor allem Tische und Stühle) bereitgehalten werden (§ 3 Abs. 9 Satz 5 Umsatzsteuergesetz [UStG]).

Diese „Verzehrumsätze“ werden nämlich als eine Gesamtheit von einzelnen Leistungen betrachtet, vom Zubereiten der Speisen bis zum Darreichen. Der Lieferanteil (der Nahrungsmittel) tritt dabei zurück, wenn der Dienstleistungsanteil nicht von untergeordneter Bedeutung ist, d. h. Speisen und Getränke mit weiteren Dienstleistungen abgegeben werden, die den „komfortablen Verzehr“ sicherstellen sollen (Oberfinanzdirektion OF] Frankfurt, Schreiben vom 18. März 2005, Az: S 7100 A – 204 – St I 1.10). Die Leistungen unterliegen dann dem allgemeinen Steuersatz.

Getränke – mit Ausnahme von Milch und Milcherzeugnissen – gehören nicht zu den ermäßigt besteuerten Waren der Anlage 2 zu § 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG. Die Umsätze am Imbissstand müssen also aufgeteilt werden in 7%- und 19%-Umsätze.

Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) gilt die Abgabe von standardisiert zubereiteten Speisen (etwa von Bratwürsten, Pommes Frites, Pizza und ähnlichen) an einem Imbissstand mit nur behelfsmäßigen Verzehrvorrichtungen als einheitliche Leistung, die als Lieferung dem ermäßigten Steuersatz unterliegt (Urteil vom 30. Juni 2011, V R 35/08 und V R 18/10). Bei üblichen Imbissständen ohne Sitzgelegenheiten können die Speisen also zum ermäßigten Umsatzsteuersatz verkauft werden.

Anders sieht es aus, wenn der Verein beim Imbissstand Tische und Stühle bereitstellt. Wegen des räumlichen Zusammenhangs von Abgabe- und Verzehrort gilt dann der Regelsteuersatz.

Sitze auf der Tribüne sind keine Verzehrvorrichtung

Für Sporthallen und Stadien hat die Finanzverwaltung entschieden, dass die Bestuhlung nicht als Verzehreinrichtung anzusehen ist, wenn keine zusätzlichen Vorrichtungen vorhanden sind, die den bestimmungsgemäßen Verzehr der Speisen und Getränke an Ort und Stelle ermöglichen. Getränkehalter, die das bloße Abstellen eines Getränks ermöglichen, sind keine solchen zusätzlichen Vorrichtungen (Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 29. März 2010, IV D 2 – S 7100/07/10050). Für den Verkauf am Imbissstand zur Mitnahme der Speisen auf den Platz gilt also der ermäßigte Steuersatz.

Das gilt nach einem weiteren Urteil des BFH auch dann, wenn zwar Tische und Stühle vorhanden sind, sie aber nicht vom Betreiber des Imbissstandes bereitgestellt wurden (BFH, Urteil vom 8. Juni 2011, XI R 33/08).

Aufteilung der Umsätze?

Wie aber sieht es aus, wenn der Verein als Betreiber des Imbissstandes in dessen Nähe selbst Tische und Stühle bereitstellt, aber die Speisen von den Besuchern wahlweise dort gegessen oder mit zu den Sitzplätzen auf den Rängen genommen werden?

Hier gilt grundsätzlich, dass jeder einzelne Umsatz danach beurteilt werden muss, ob es sich um eine Lieferung oder um eine sonstige Leistung handelt. Der Verein kommt also nicht umhin, seine Speiseabgaben danach zu unterteilen, was als Speisen zum Mitnehmen und was zum Verzehr vor Ort über die Verkaufstheke abgegeben wird. Für die Getränke gilt das aber ohnehin schon.

Hier ist eine Registrierkasse zu empfehlen, die jeden einzelnen Umsatz sofort bei Entstehung zuordnet. Ansonsten besteht das Risiko, dass das Finanzamt generell einen Steuersatz von 19 % zugrunde legt.

Grundsätzlich gilt hier das Gleiche wie bei Fast-Food-Ketten, die jede Bestellung sofort nach der Frage „Zum hier Essen oder zum Mitnehmen?“ aufteilen.

Quelle: www.vereinsknowhow.de

Sportvereine: Wichtige Gesetzesreformen 2013 – Teil III

Mit der Zustimmung im Bundesrat am 1. März diesen Jahres ist das neuen Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts in Kraft.
In einer mehrteilige Serie beschäftigt sich das Online-Portal „vereinsknowhow.de“ mit den Reformen. Der abschließende Teil setzt sich auseinander mit den Änderungen beim Spendenrecht und mit der Ehrenamtlichkeit des Vorstandsamtes.

1. Reform des Gemeinnützigkeitsrechts: Änderungen beim Spendenrecht

Auch zum Spendenrecht enthält das Ehrenamtsstärkungsgesetz einige Neuerungen:

Gleiche Haftungstatbestände bei Aussteller- und Veranlasserhaftung

Nach § 10b Abs. 4 Einkommensteuergesetz (EStG) haftet der Spendenempfänger für die Richtigkeit der Angaben auf der Spendenbestätigung und die zweckgemäße Verwendung der Spendenmittel.

Unterschieden wird hier zwischen

  • der Ausstellerhaftung (für unrichtig ausgestellte Spendenbestätigungen)
  • und der Veranlasserhaftung (für die zweckentfremdete Verwendung von Zuwendungen)

Bei der Ausstellerhaftung war schon bisher ein Verschulden – ein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln – vorausgesetzt. Die Veranlasserhaftung galt dagegen bisher auch ohne Verschulden und bei nur leichter Fahrlässigkeit.
Das wird durch die Neufassung des § 10b Abs. 4 EStG geändert. Künftig greift die Haftung in beiden Fällen nur noch bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz.

Anders als bei der Ausstellerhaftung gibt es bei der Veranlasserhaftung einen Durchgriff auf das Privatvermögen des gesetzlichen Vertreters (z. B. des Vorstands), wenn die Körperschaft die Haftungssumme nicht aufbringen kann. Durch die Gesetzesänderung verringert sich also das persönliche Haftungsrisiko.

Während bei der Ausstellerhaftung eine Reihe von Fällen denkbar sind, bei denen nur leichte Fahrlässigkeit vorliegt (z. B. bei der Bevollmächtigung von Personen für die Ausstellung von Spendenbescheinigungen oder dem Schutz des EDV-Systems gegen unbefugte Zugriffe bei maschinell erstellten Zuwendungsbestätigungen) ist eine leichte Fahrlässigkeit im Bereich der Veranlasserhaftung nur schwer vorzustellen. Fehlende Kenntnis z. B. über die zulässigen Verwendungszwecke bei Spendenmitteln würden regelmäßig schon eine grobe Fahrlässigkeit bedeuten. In der Praxis wird sich also bei der Haftungssituation kaum etwas ändern.

Umsatzsteuer als Teil des Spendenbetrags

Durch eine Ergänzung des Absatzes 3 in § 10b EStG wird klargestellt, dass bei Spenden aus Betriebsvermögen die Umsatzsteuer Teil des Spendenbetrags ist. Das ist nicht neu, sondern nur eine gesetzliche Klarstellung.
Nach § 3 Absatz 1b Nr. 3 UStG sind auch unentgeltliche Zuwendungen umsatzsteuerbar (sog. unentgeltliche Wertabgaben). Entnimmt ein Unternehmer Sachmittel oder Leistungen (Aufwandsspenden) aus seinem Betriebsvermögen für eine Zuwendung an eine gemeinnützige Organisation, muss er auf den Entnahmewert die Umsatzsteuer abführen. Die gemeinnützige Organisation darf die auf der Entnahme der gespendeten Sache lastende Umsatzsteuer in der Zuwendungsbestätigung mit bescheinigen. Der Wert bei Sach- und Aufwandsspenden ist also der Bruttopreis der Sachspende einschließlich der Umsatzsteuer.

Kein erhöhter Spendenabzug bei Verbrauchsstiftungen

Nach § 10b Absatz 1a EStG ist bei Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung ein erhöhter Spendenabzug möglich. Im Jahr der Zuwendung und in den folgenden neun Jahren kann der Spender neben den üblichen Höchstbeträgen bis zu 1 Million Euro zusätzlich steuerlich geltend machen.

Der neue § 10b Absatz 1a Satz 2 EStG stellt klar, dass diese Regelung nicht für sogenannte Verbrauchsstiftungen gilt. Das sind Stiftungen, die nicht auf einen dauerhaften Erhalt des Vermögensstock ausgerichtet sind. Durch die Neuregelung des § 80 BGB wurde diese Sonderform der Stiftung gesetzlich verankert.

Doppelter Abzugsbetrag bei Ehepartnern

Ebenfalls gesetzlich geklärt ist jetzt in § 10b Absatz 1a EStG, dass der erhöhte Spendenabzugsbetrag in den Vermögensstock einer Stiftung für beide Ehepartner gilt. Werden Sie zusammen veranlagt, erhöht sich der Höchstbetrag auf 2 Millionen.

2. Reform des Gemeinnützigkeitsrecht: Ehrenamtlichkeit des Vorstandsamtes

Geklärt wird durch das Ehrenamtsstärkungsgesetz die Frage nach den rechtlichen Voraussetzungen für Vorstandsvergütungen. Bisher war umstritten, ob sich aus dem zivilen Vereinsrecht ergibt, dass Vergütungen an Vorstandsmitglieder zwingend eine satzungsrechtliche Grundlage brauchen.

Nach § 27 Abs. 3 BGB galt bisher, dass „auf die Geschäftsführung des Vorstands die für den Auftrag geltenden Vorschriften der §§ 664 bis 670 entsprechende Anwendung“ finden. Der Vorstand steht demnach in einem Auftragsverhältnis zum Verein. Diese Geschäftsbesorgung erfolgt nach § 662 BGB – auf den § 27 Abs. 3 BGB aber nicht verweist – unentgeltlich.

§ 27 Abs. 3 BGB erhält nun folgenden Zusatz: „Die Mitglieder des Vorstands sind unentgeltlich tätig.“

Dieses Vergütungsverbot ist aber nachgiebig. Nach § 40 BGB findet § 27 Abs. 3 „insoweit keine Anwendung, als die Satzung ein anderes bestimmt“. Das bedeutet aber, dass eine Aufhebung dieser Unentgeltlichkeitsklausel nur per Satzung möglich ist – nicht etwa durch Beschluss der Mitgliederversammlung.

Die Finanzverwaltung hat schon bisher die Auffassung vertreten, dass sich aus § 27 Abs. 3 BGB die Unentgeltlichkeit der Vorstandstätigkeit ergibt (AEAO, Ziffer 23 zu § 55 Abs. 1 Nr. 3). Mit Einführung der Ehrenamtspauschale wurde deshalb von gemeinnützigen Vereinen verlangt, ihre Satzung um eine entsprechende Vergütungsregelung zu ergänzen. Die Frist dafür lief zu Ende 2010 ab. Seitdem gelten Vorstandsvergütungen als gemeinnützigkeitsschädlich, wenn die Satzung sie nicht ausdrücklich erlaubt.

Das Vergütungsverbot umfasst aber nicht alle Zahlungen an Vorstandsmitglieder. Zulässig ist ein Aufwandsersatz – für Ausgaben in angemessener Höhe, die tatsächlich angefallen sind. Nach § 670 BGB hat der Vorstand darauf sogar einen gesetzlichen Anspruch.

Alle darüber hinaus bezogenen Leistungen sind Vergütung, d. h. offenes oder verschleiertes Entgelt für die geleistete Tätigkeit (z.B. Zahlungen für Gehaltsausfall, pauschale Aufwandserstattungen).

Die Finanzverwaltung erlaubt einen pauschalen Aufwandsersatz auch ohne entsprechende Regelung in der Satzung. Der Einzelnachweis der Auslagen ist danach nicht erforderlich, wenn pauschale Zahlungen den tatsächlichen Aufwand offensichtlich nicht übersteigen. Das gilt nicht, wenn durch die pauschalen Zahlungen auch Arbeits- oder Zeitaufwand abgedeckt werden soll (Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 14.10.2009, IV C 4 – S 2121/07/0010).

Ob sich diese Regelung mit den Vorgaben des BGB deckt, ist fraglich. Auch ein pauschaler Aufwandsersatz sollte deswegen ausdrücklich per Satzung erlaubt werden.

Quelle: www.vereinsknowhow.de

Sportstätten vermieten

Vermietung von Sportanlagen nach Gemeinschaftsrecht umsatzsteuerfrei

Die Vermietung von Sportanlagen ist keine sportliche Veranstaltung nach § 4 Nr. 22b Umsatzsteuergesetz (UStG) und deswegen nach deutschem Recht nicht umsatzsteuerbefreit. Nach Gemeinschaftsrecht ist aber eine Steuerbefreiung möglich.

Im Fall, der vor dem Bundesfinanzhof (BFH) verhandelt wurde (Urteil vom 18.08.2011, V R 64/09), ging es um eine gemeinnützige GmbH, die eine Eissporthalle betrieb. Gegen Eintrittsgeld nutzen Einzelpersonen, Schulklassen und Mitglieder von Sportvereinen die Halle.

Der BFH stellte zunächst klar, dass Vermietung der Eislaufhalle keine „sportliche Veranstaltung“ ist. Unter „sportlicher Veranstaltung“ ist eine organisatorische Maßnahme eines Sportvereins zu verstehen, die es aktiven Sportlern ermöglicht, Sport zu treiben. Eine Hallenvermietung ist keine „sportliche Veranstaltung“, weil die Vermietung von Sportstätten lediglich die Voraussetzung für sportliche Veranstaltungen schafft. Damit ist keine Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 22b UstG möglich. Das ist die bisher schon herrschende Rechtsauffassung.

Der Umsatzsteuersatz ist 19%. Nur bei der Vermietung von Sportanlagen an Mitglieder des Vereins geht die Finanzverwaltung von einem Zweckbetrieb aus, für den der ermäßigte Steuersatz (7%) gilt. Das hat der BFH bestätigt: Mit dem Betrieb der Eislaufhalle tritt die GmbH zu nicht begünstigten Betrieben derselben oder ähnlichen Art in größerem Umfang in Wettbewerb, als es bei der Erfüllung der steuerbegünstigten Zwecke unvermeidbar ist. Damit erfüllt sie nicht die Anforderungen an einen Zweckbetrieb nach § 65 Nr. 3 Abgabenordnung.

Die Umsätze sind aber nach Artikel 132 Abs. 1m der Mehrwertsteuersystemrichtlinie befreit. Bei der Überlassung der Eislaufhalle an Sportler handelt es sich um „bestimmte in engem Zusammenhang mit Sport und Körperertüchtigung stehende Dienstleistungen, die Einrichtungen ohne Gewinnstreben an Personen erbringen, die Sport oder Körperertüchtigung ausüben“. Gemeinnützige Körperschaften gelten dabei uneingeschränkt als „Einrichtungen ohne Gewinnstreben“.

Fazit: Der Fall lässt sich allgemein auf die entgeltliche Überlassung von Sportanlagen und Sportgeräten anwenden. Von Bedeutung ist er vor allem, wenn ein Verein seine Sportlagen in nennenswertem Umfang an Nichtmitglieder überlässt.

Ein gemeinnütziger Sportverein kann sich also auf die Mehrwertsteuersystemrichtlinie berufen, wenn er die Umsätze aus der Vermietung von Sportanlagen – nicht nur an Mitglieder – von der Umsatzsteuer befreien will. Damit entfällt aber auch der Vorsteuerabzug bei den Bau- und Betriebskosten der Anlagen.

Nicht möglich ist es aber generell – den für die Nutzer günstigeren ermäßigten Umsatzsteuersatz – zu berechnen. Der gilt nur für die Vermietung an Mitglieder. Zwar können die Einnahmen nach deutschen Recht besteuert werden – aber nur mit 19% Prozent. Der Vorsteuerabzug ist also nur bei gleichzeitig höheren Preisen für den Endverbraucher (privaten Nutzer) möglich.

Hinweis: Auch wenn eine Steuerbefreiung nach Gemeinschaftsrecht besteht, sind Einnahmen aus der Überlassung von Sportanlagen an Nichtmitglieder dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen.

Quelle: www.vereinsknowhow.de

Erfolgreiches Sponsoring mit dem Sportausweis

Verbuchung von Einnahmen aus Sachsponsoring

Sachleistungen von Sponsoren werden in der Buchführung häufig nicht oder nicht korrekt erfasst, weil kein Geldfluss vorliegt und deswegen die Erfassung und Bewertung der Einnahmen unklar ist.

Bei der gemeinnützigen Organisation können Leistungen aus Sponsoring je nach Art der Gegenleistung unterschiedlich einzuordnen sein:

als Einnahme des ideellen Bereich (Sachspende), wenn keine nennenswerte werbende Gegenleistung erfolgt (bloße Nennung und Ehrung des Sponsors ohne besondere Hervorhebung)
in der steuerfreien Vermögensverwaltung, wenn es sich um eine bloße Duldungsleistung handelt – vor allem die Erlaubnis, Namen und Logo der gemeinnützigen Einrichtung nutzen zu dürfen, ohne dass sich die gemeinnützige Einrichtung an dieser werblichen Nutzung aktiv beteiligt.
als steuerpflichtige Einnahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs, wenn sich der Verein aktiv bei der Werbung beteiligt oder die Werbeleistung selbst erbringt (Werbung in Eigenregie)

Die steuerliche Behandlung der Leistungen beim Empfänger hängt grundsätzlich nicht davon ab, wie die entsprechenden Aufwendungen beim leistenden Unternehmen behandelt werden.

Wertermittlung
Bemessungsgrundlage für die Leistung der gemeinnützigen Einrichtung ist grundsätzlich der sog. gemeine Wert (= Verkehrswert) der Sach- oder Dienstleistung. Kann der Wert nicht ermittelt werden, ist eine Schätzung erlaubt. Anhaltspunkt für die Bewertung können die Selbstkosten, bei Sachen der Einkaufspreis des Sponsors sein. Es kommt dabei nicht auf den Wert der Werbeleistung der Einrichtung an.

Umsatzsteuer
Je nach der ertragssteuerlichen Zuordnung gelten unterschiedliche Umsatzsteuersätze.
Erbringt der Verein konkrete Werbeleistungen in Eigenregie (z. B. Trikotwerbung, Bandenwerbung, Anzeigen, Lautsprecherdurchsagen usw.) liegt ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor. Es gilt der Umsatzsteuerregelsatz (19%).
Die Aufnahme eines Emblems oder Logos des Sponsors in Publikationen des Vereins gilt dagegen als bloße Duldungsleistung. Die Leistung unterliegt dann dem ermäßigten Steuersatz von 7% (§ 12 Abs. 2 Nr. 8a Satz 1 Umsatzsteuergesetz). Das ist aber nur der Fall, wenn sie ohne besondere Hervorhebung des Sponsors oder Nennung von konkreten Werbebotschaften erfolgt. die Verlinkung des Sponsors auf der Website des Vereins fällt z.B. nicht darunter.
Der Sponsor und die steuerbegünstigte Einrichtung sind berechtigt, für die erbrachten Leistungen Rechnungen mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer zu erteilen.
Die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs aus der Rechnung des Sponsors hängt von der tatsächlichen Verwendung der Sach- oder Dienstleistung ab. Während eine Zuordnung zum ideellen Bereich den Vorsteuerabzug ausschließt, ist bei einer Nutzung im Rahmen von wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, Zweckbetrieben oder der Vermögensverwaltung der Vorsteuerabzug zulässig – natürlich nur, soweit hier auch umsatzsteuerpflichtige Leistungen erfolgen.

Die Verbuchung
Auch wenn kein Geldzufluss erfolgt, müssen die Einnahmen buchhalterisch erfasst werden. Das ergibt sich einerseits aus den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, nach der alle Geschäftsvorfälle zu erfassen sind. Andererseits führen auch Tauschvorgänge grundsätzlich zu einer Gewinnrealisierung.
Für Organisationen mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die immer zum Zuflusszeitpunkt buchen, ungewohnt ist dabei, dass nicht auf die üblichen Finanzkonten (Kasse oder Bank) gebucht werden kann. Statt dessen wird der Ertrag faktisch gegen ein Aufwandskonto (z. B. Sportkleidung) oder ein Bestandskonto (z. B. Fahrzeuge) gebucht. Da übliche Finanzbuchhaltungsprogramme das nicht erlauben, muss ein Verrechnungskonto dazwischen geschaltet werden. Das kann ein allgemeines Forderungskonto (Forderung aus Lieferungen und Leistungen) oder ein anderen Verrechnungskonto sein. Es wird zunächst die Einnahme gegen dieses Verrechnungskonto gebucht. Dann wird der Saldo des Verrechungskonto gegen das entsprechende Aufwandskonto ausgeglichen. Die Umsatzsteuer wird – soweit fällig – wie gewohnt erfasst.

Quelle: www.vereinsknowhow.de