Trainingslager: Tipps für Planung und Organisation

Trainingslager, Abschluss- oder Wettkampffahrten. Sportvereine sind über das ganze Jahr hinweg unterwegs. Meistens ohne Übernachtung, vielleicht mal mit einer Nacht oder eben in Trainingsphasen mit mehreren. Entscheidend sind für eine gelungene Durchführung die gute Planung und Organisation im Vorfeld.  Dabei wiederholen sich die wesentlichen Fragen: Wie viele Personen fahren mit? Wie komme ich mit meiner Athleten-Gruppe hin und auch wieder zurück? Wo wird übernachtet und wie verpflegen wir uns? Wo trainieren wir? Was machen wir in der freien Zeit? Was kostet das alles? Und wie kalkuliere ich es am besten?

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Wir haben uns als Beispiel für die Planung und Organisation ein Leichtathletik-Trainingslager über die Osterfeiertage in Saarbrücken in der Hermann-Neuberger Schule angeschaut:

Planung
Vorbereitung auf die Freiluftsaison in den Osterferien. 20 Athleten, zwei Trainer, ein Physiotherapeut, neun Tage Training, eine Trainingseinheit am Ankunfts- und Abfahrtstag, zwei bis drei Einheiten an den anderen Tagen. Gemeinsame An- und Abreise.

Organisation
Buchen der An- und Abreise, der Fahrten vor Ort und der Übernachtungsmöglichkeiten, der Trainingsflächen und -räume, der Verpflegung, des Zusatzprogramms. Klären der nötigen Versicherungen.

Kostenkalkulation
(pro Person für die Teilnehmer) -Trainingslager Saarbrücken:

  • Übernachtung + Vollverpflegung (Jugendherberge 2 Nächte, Hermann-Neuberger Sportschule 5 Nächte): 292 €
  • Wasser (pro Tag 1€): 8 €
  • Hallennutzung (Halle, Stadion, Schwimmbad, Kraftraum, Turnhalle): 14 €
  • Transport + Benzin (inklusive aller Fahrten vor Ort): 30 €
  • Beitrag für Physiotherapeuten: 10 € (Rest Verein)
  • Aktivitäten (Kino o.ä.) + gemeinsames Osteressen: 20 €
  • Zusatz-Versicherung „Reiseveranstalter“ (durch den Verein) über Sporthilfe NRW/Vereinsversicherung 0,61 € pro Teilnehmer

Gesamtpreis pro Teilnehmer: 374 €

Wissenswertes

2014_09_27_tb_DJH_Sport_5271_webVersicherungen
Die Gesetzesregelung in § 651 k Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) besagt, dass Veranstalter von Reisen ihre Reiseteilnehmer auch gegen Insolvenzen des Veranstalters absichern müssen. Dieses Gesetz gilt nicht nur für kommerziell tätige Reiseveranstalter bzw. Reisebüros, sondern auch für Vereine und Verbände.

Reiseveranstalter ist im Sinne des Gesetzes derjenige, der mindestens zwei Einzelleistungen einer Reise zu einem Gesamtpreis zusammenfasst, die nicht von ganz untergeordneter Bedeutung sind. Wenn der Verein im Sinne des Gesetzes als Reiseveranstalter auftritt, ist er zum Abschluss einer Insolvenzabsicherung (Kautionsversicherung) verpflichtet. Ausnahme: Der Verein veranstaltet solche oder ähnliche Fahrten weniger als drei Mal im Jahr, dann braucht er die Insolvenzabsicherung nicht.

Darüber hinaus kann der Verein noch eine zusätzliche Haftpflicht für die Teilnehmer abschließen, da die Sportler über die üblichen Vereinsversicherungen eigentlich lediglich für das Sportreiben oder Vereinsveranstaltungen abgesichert sind. Außerhalb des Sportbetriebs greifen aber normalerweise auch die privaten oder familiären Absicherungen.

Übernachtungen/Trainingslager
Hotelführer des Deutschen Sports mit allen Partnerhotels des organisierten deutschen Sports sowie einer Übersicht der Sportschulen aus den Landesverbänden.
Herausgeber:
Deutscher Olympischer Sportbund, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt.
Telefon: 069 67 00-0, E-Mail: office@dosb.de, URL: www.dosb.de

Hotelbuchungen
Gruppenreisen bei HRS online buchen. Es gibt allerdings auch eine kompetente persönliche Beratung am Telefon.

Jugendherbergen
Eine Übersicht über die Sport-Jugendherbergen finden sich hier. Spezielle Infos für Trainingslager gibt es zudem hier. Außerdem können über www.jugendherberge.de auch internationale Herbergen gefunden werden.

Sportausweis-Tipp
Wie werde ich kostenlos DJH-Mitglied? Als Inhaber eines Ehrenamtsausweises wie dem SportManagement-Ausweis, der SEC Sport-EhrenamtsCard und der GYMCARD ganz einfach eine Kopie des Ausweises mit der vollständigen Adresse und dem Geburtsdatum an das DJH Service Center nach Detmold schicken – umgehend wird Ihnen dann die DJH-Mitgliedskarte zugeschickt.
Kontakt: DJH Mitgliederservice, Bismarckstraße 8, 32756 Detmold
Telefon: 05231/74010, E-Mail: djh-service@jugendherberge.de

An- und Abreise
Neben der Anreise mit dem Bus oder Auto empfiehlt sich auch eine Gruppenreise per Bahn als (kosten-)günstige Variante. Mehr Infos unter www.jugendherberge.de oder direkt unter www.bahn.de.

Trainingslageranbieter (Auswahl)
www.protrainingtours.de
www.sport-trainingslager.de
www.trainingslagercheck.de
www.fussballtrainingslager.com
www.vr-tours.de

Sie haben auch Erfahrungen mit Trainingslagern oder Abschluss- und Wettkampffahrten und haben wertvolle Tipps, die Sie gerne teilen möchten? Dann schreiben Sie einen Kommentar, wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Beitragserhöhungen richtig angehen

Beitragserhöhungen müssen nach dem laut Satzung festgelegten Verfahren vom zuständigen Organ beschlossen werden. Sie sind für alle Mitglieder bindend. Ein Mitglied kann sich also z.B. nicht darauf berufen, es sei bei der betreffenden Mitgliederversammlung nicht anwesend gewesen. Beitragserhöhungen gelten auch für gekündigte Mitglieder, soweit ihre Mitgliedschaft noch bis Ablauf der Kündigungsfrist besteht.

DSA_120903_Header_Tutorial_BeitragserhoehungRückwirkende Beitragserhöhungen (meist betrifft das den Fall, dass der Beschluss zur Erhöhung erst nach Beginn des Beitragsjahres erfolgt) sind in der Regel nur zulässig, wenn die Satzung dies vorsieht. In der Praxis sollte auf rückwirkende Beitragserhöhungen verzichtet werden, weil sie regelmäßig Konfliktpotential bergen.

Ein Recht zur außerordentlichen (fristlosen) Kündigung der Mitgliedschaft ergibt sich aus Beitragserhöhungen grundsätzlich nicht. Allerdings kann die Belastung mit höheren Mitgliedsbeiträgen oder ähnlichen Leistungspflichten im Einzelfall bei Berücksichtigung der gesamten Umstände einen fristlosen Austritt rechtfertigen, wenn sich nämlich ergibt, dass ein Verbleiben im Verein bis zum Ablauf der satzungsmäßigen Kündigungsfrist eine dem Mitglied nicht zuzumutende unerträgliche Belastung bedeutet. (LG Aurich. Urteil vom 22.10.1986, 1 S 279/86). Die Beitragserhöhung allein müsste dann aber erheblich über dem Vereinsüblichen liegen. Ähnliches gilt, wenn die Beitragserhöhung nicht hinreichend begründet werden kann.

Aus den genannten Gründen empfiehlt sich eine regelmäßige moderate Anpassung der Mitgliedsbeiträge. Dazu sollte eine entsprechende Begründung (Kostenentwicklung usf.) gegeben werden.

Quelle: vereinsknowhow.de