Mindestlohn: Klarstellung für Vertragsamateure und ehrenamtliche Tätigkeiten auf Mini-Job-Basis

Sogenannte Vertragsamateure im Sport fallen nicht unter das Mindestlohngesetz. Dies stellte jetzt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, fest, die sich in Berlin mit führenden Vertretern des Sports getroffen hatte, um rechtliche Fragen in diesem Zusammenhang zu erörtern. Bei Vertragsamateuren handelt es sich um Mitglieder der Vereine, die eine geringe Bezahlung für ihre Spieltätigkeit erhalten und in der Regel als Mini-Jobber angemeldet sind.

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Foto: Dirk Vorderstraße I creative commons

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erläutert dazu auf seiner Webseite: Grundsätzlich gelte der Mindestlohn für alle Arbeitnehmer. In der Regel sei eine Anmeldung zum Mini-Job mit der Arbeitnehmereigenschaft verbunden, so dass der Mindestlohn zu zahlen ist. Die Koalitionsfraktionen und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben im Bundestag während des Gesetzgebungsprozesses jedoch das gemeinsame Verständnis zum Ausdruck gebracht, dass Vertragsamateure nicht unter das Mindestlohngesetz fallen sollen. Das zeitliche und persönliche Engagement dieser Sportler zeige, dass nicht die finanzielle Gegenleistung, sondern die Förderung des Vereinszwecks und der Spaß am Sport im Vordergrund stehen. Somit sei davon auszugehen, dass es sich trotz Mini-Job nicht um ein Arbeitnehmerverhältnis handele und der Mindestlohn keine Anwendung findet.

Darüber hinaus wurde in dem Gespräch auch geklärt, wie jene ehrenamtlichen Tätigkeiten zu handhaben seien, die ebenfalls oft auf Minijob-Basis ausgeführt würden, beispielsweise als Übungsleiter oder Platzwart. Hier soll künftig die Empfehlung gelten, auf die Einordnung als Mini-Job zu verzichten, sondern die Tätigkeit mit Aufwandsentschädigung oder Auslagenersatz abzugelten.

Mit dieser Klarstellung auf Basis des geltenden Mindestlohngesetzes würde den Sportvereinen eine einfach handhabbare Lösung entlang der bisherigen Praxis angeboten.

(Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales/ dosb.de)

Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf Sportvereine

Das zum 1. Januar 2015 in Kraft tretende Mindestlohngesetz wird auch auf die Sportvereine in Deutschland Auswirkungen haben. Einige betroffene Beschäftigungsformen: geringfügige Beschäftigungen, Übungsleitervergütungen, die den Freibetrag übersteigen, Vertragsamateure und hauptamtliche Beschäftgungen. Keine Rolle spielt das Gesetz hingegen bei Vereinen, die ausschließlich über ehrenamtliche Mitarbeiter verfügen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen hat die Führungs-Akademie des DOSB zusammengetragen:

Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf Sportvereine

(Quelle: DOSB)