Trainingslager: Tipps für Planung und Organisation

Trainingslager, Abschluss- oder Wettkampffahrten. Sportvereine sind über das ganze Jahr hinweg unterwegs. Meistens ohne Übernachtung, vielleicht mal mit einer Nacht oder eben in Trainingsphasen mit mehreren. Entscheidend sind für eine gelungene Durchführung die gute Planung und Organisation im Vorfeld.  Dabei wiederholen sich die wesentlichen Fragen: Wie viele Personen fahren mit? Wie komme ich mit meiner Athleten-Gruppe hin und auch wieder zurück? Wo wird übernachtet und wie verpflegen wir uns? Wo trainieren wir? Was machen wir in der freien Zeit? Was kostet das alles? Und wie kalkuliere ich es am besten?

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Wir haben uns als Beispiel für die Planung und Organisation ein Leichtathletik-Trainingslager über die Osterfeiertage in Saarbrücken in der Hermann-Neuberger Schule angeschaut:

Planung
Vorbereitung auf die Freiluftsaison in den Osterferien. 20 Athleten, zwei Trainer, ein Physiotherapeut, neun Tage Training, eine Trainingseinheit am Ankunfts- und Abfahrtstag, zwei bis drei Einheiten an den anderen Tagen. Gemeinsame An- und Abreise.

Organisation
Buchen der An- und Abreise, der Fahrten vor Ort und der Übernachtungsmöglichkeiten, der Trainingsflächen und -räume, der Verpflegung, des Zusatzprogramms. Klären der nötigen Versicherungen.

Kostenkalkulation
(pro Person für die Teilnehmer) -Trainingslager Saarbrücken:

  • Übernachtung + Vollverpflegung (Jugendherberge 2 Nächte, Hermann-Neuberger Sportschule 5 Nächte): 292 €
  • Wasser (pro Tag 1€): 8 €
  • Hallennutzung (Halle, Stadion, Schwimmbad, Kraftraum, Turnhalle): 14 €
  • Transport + Benzin (inklusive aller Fahrten vor Ort): 30 €
  • Beitrag für Physiotherapeuten: 10 € (Rest Verein)
  • Aktivitäten (Kino o.ä.) + gemeinsames Osteressen: 20 €
  • Zusatz-Versicherung „Reiseveranstalter“ (durch den Verein) über Sporthilfe NRW/Vereinsversicherung 0,61 € pro Teilnehmer

Gesamtpreis pro Teilnehmer: 374 €

Wissenswertes

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Die Gesetzesregelung in § 651 k Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) besagt, dass Veranstalter von Reisen ihre Reiseteilnehmer auch gegen Insolvenzen des Veranstalters absichern müssen. Dieses Gesetz gilt nicht nur für kommerziell tätige Reiseveranstalter bzw. Reisebüros, sondern auch für Vereine und Verbände.

Reiseveranstalter ist im Sinne des Gesetzes derjenige, der mindestens zwei Einzelleistungen einer Reise zu einem Gesamtpreis zusammenfasst, die nicht von ganz untergeordneter Bedeutung sind. Wenn der Verein im Sinne des Gesetzes als Reiseveranstalter auftritt, ist er zum Abschluss einer Insolvenzabsicherung (Kautionsversicherung) verpflichtet. Ausnahme: Der Verein veranstaltet solche oder ähnliche Fahrten weniger als drei Mal im Jahr, dann braucht er die Insolvenzabsicherung nicht.

Darüber hinaus kann der Verein noch eine zusätzliche Haftpflicht für die Teilnehmer abschließen, da die Sportler über die üblichen Vereinsversicherungen eigentlich lediglich für das Sportreiben oder Vereinsveranstaltungen abgesichert sind. Außerhalb des Sportbetriebs greifen aber normalerweise auch die privaten oder familiären Absicherungen.

Übernachtungen/Trainingslager
Hotelführer des Deutschen Sports mit allen Partnerhotels des organisierten deutschen Sports sowie einer Übersicht der Sportschulen aus den Landesverbänden.
Herausgeber:
Deutscher Olympischer Sportbund, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt.
Telefon: 069 67 00-0, E-Mail: office@dosb.de, URL: www.dosb.de

Hotelbuchungen
Gruppenreisen bei HRS online buchen. Es gibt allerdings auch eine kompetente persönliche Beratung am Telefon.

Jugendherbergen
Eine Übersicht über die Sport-Jugendherbergen finden sich hier. Spezielle Infos für Trainingslager gibt es zudem hier. Außerdem können über www.jugendherberge.de auch internationale Herbergen gefunden werden.

Sportausweis-Tipp
Wie werde ich kostenlos DJH-Mitglied? Als Inhaber eines Ehrenamtsausweises wie dem SportManagement-Ausweis, der SEC Sport-EhrenamtsCard und der GYMCARD ganz einfach eine Kopie des Ausweises mit der vollständigen Adresse und dem Geburtsdatum an das DJH Service Center nach Detmold schicken – umgehend wird Ihnen dann die DJH-Mitgliedskarte zugeschickt.
Kontakt: DJH Mitgliederservice, Bismarckstraße 8, 32756 Detmold
Telefon: 05231/74010, E-Mail: djh-service@jugendherberge.de

An- und Abreise
Neben der Anreise mit dem Bus oder Auto empfiehlt sich auch eine Gruppenreise per Bahn als (kosten-)günstige Variante. Mehr Infos unter www.jugendherberge.de oder direkt unter www.bahn.de.

Trainingslageranbieter (Auswahl)
www.protrainingtours.de
www.sport-trainingslager.de
www.trainingslagercheck.de
www.fussballtrainingslager.com
www.vr-tours.de

Sie haben auch Erfahrungen mit Trainingslagern oder Abschluss- und Wettkampffahrten und haben wertvolle Tipps, die Sie gerne teilen möchten? Dann schreiben Sie einen Kommentar, wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Was ist Zeit? – für jeden Sport das richtige System

In der Zeitmessung haben die Olympischen Spiele eine wegweisende Rolle gespielt. So ermittelte 1932 in Los Angeles erstmals ein privates Unternehmen die Zeit auf die Zehntelsekunde genau. Unterstützt wurden die Kampfrichter dabei von einem mitlaufenden Film, dessen Auswertung in den ganz kniffligen Fällen über Sieg und Platzierung mitentscheiden musste. Über die heute immer vielfältiger werden elektronischen und computergestützten Möglichkeiten verschaffen wir hier einen Überblick.

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Im Sport wird die Zeitnahme durch ein digitales Start- und Zielsignal ausgelöst, meistens an Lichtschranken. Viele Veranstalter von Spitzensportevents setzen dabei auf das System Foto-Finish. Heutzutage wird das Zielfoto digital mit einer Kamera und einem Rekorder aufgenommen, welcher mindestens 100 Bilder, oft aber bis zu 1.000 Zeilen, in der Sekunde aufzeichnet. Dabei wird die Ziellinie gefilmt und ein Zielfotostreifen auf dem Computer erstellt – aus den Einzelbildern setzt sich dann das Zielfoto zusammen.

Bei Massenveranstaltungen im Breitensport wird oft mittels aktiver bzw. passiver RFID-Transponder gemessen. Hier teilt der Laufchip durch die RFID-Technik beim Überschreiten der Start- und Ziellinie dem Erfassungssystem seine Kennnummer mit. In jüngster Zeit verfeinert und vereinfacht sich die Technologie – mittlerweile werden im Trainingsbereich bereits Apps zur exakten Zeitmessung per iOS- oder Android-System genutzt, die Bilder allein von den Kameras der jeweiligen Geräte auswerten.

Je nach Sportart können mittlerweile folgende Daten ermittelt und direkt angezeigt werden:

  • Rundenzeiten
  • Siegerzeit
  • Ergebnisse
  • laufende Zeit
  • Strafzeiten
  • Angriffszeiten
  • Time-out

Zusätzlich möglich sind zudem Wettkampfnummer, Start-Klasse, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Infos & Werbung.

Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Zeitmesssysteme:

  • Leichtathletik
  • Training
    • Bewegungsförderung
    • Beschleunigung
    • Reaktionszeiten
  • Skiabfahrten
  • Downhill-Rennen
  • Mountainbiking
  • Pferdesport
    • Springsport
    • Reitsport
    • Fahrsport
    • Bogenreiten
    • Rennpassrennen
    • Ringreiten uvm.
  • Hundesport
    • Turnierhundesport ( THS )
    • Agility
    • Hunderennen
  • Motorsport
    • Autorennen
    • Oldtimerrennen
    • Motocross
    • Slalomrennen
    • Kart

Nicht alltägliche Rennen wie Wettkämpfe mit Traktoren, Rasenmähern, Staplern, Seifenkisten oder auch Bobbycars – in ein-, zwei- oder sogar mehrbahniger Messung.

Zeitmessanlagen und Zeitmesssysteme finden sich zum Beispiel beim Sportausweis-Partner ERHARD-SPORT oder direkt nach Eingabe „Zeitmessung“, „Zeitmessanlagen“ in die Maske der jeweiligen Internet-Suchmaschine.

Mindestlohn: Klarstellung für Vertragsamateure und ehrenamtliche Tätigkeiten auf Mini-Job-Basis

Sogenannte Vertragsamateure im Sport fallen nicht unter das Mindestlohngesetz. Dies stellte jetzt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, fest, die sich in Berlin mit führenden Vertretern des Sports getroffen hatte, um rechtliche Fragen in diesem Zusammenhang zu erörtern. Bei Vertragsamateuren handelt es sich um Mitglieder der Vereine, die eine geringe Bezahlung für ihre Spieltätigkeit erhalten und in der Regel als Mini-Jobber angemeldet sind.

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Foto: Dirk Vorderstraße I creative commons

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erläutert dazu auf seiner Webseite: Grundsätzlich gelte der Mindestlohn für alle Arbeitnehmer. In der Regel sei eine Anmeldung zum Mini-Job mit der Arbeitnehmereigenschaft verbunden, so dass der Mindestlohn zu zahlen ist. Die Koalitionsfraktionen und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben im Bundestag während des Gesetzgebungsprozesses jedoch das gemeinsame Verständnis zum Ausdruck gebracht, dass Vertragsamateure nicht unter das Mindestlohngesetz fallen sollen. Das zeitliche und persönliche Engagement dieser Sportler zeige, dass nicht die finanzielle Gegenleistung, sondern die Förderung des Vereinszwecks und der Spaß am Sport im Vordergrund stehen. Somit sei davon auszugehen, dass es sich trotz Mini-Job nicht um ein Arbeitnehmerverhältnis handele und der Mindestlohn keine Anwendung findet.

Darüber hinaus wurde in dem Gespräch auch geklärt, wie jene ehrenamtlichen Tätigkeiten zu handhaben seien, die ebenfalls oft auf Minijob-Basis ausgeführt würden, beispielsweise als Übungsleiter oder Platzwart. Hier soll künftig die Empfehlung gelten, auf die Einordnung als Mini-Job zu verzichten, sondern die Tätigkeit mit Aufwandsentschädigung oder Auslagenersatz abzugelten.

Mit dieser Klarstellung auf Basis des geltenden Mindestlohngesetzes würde den Sportvereinen eine einfach handhabbare Lösung entlang der bisherigen Praxis angeboten.

(Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales/ dosb.de)

„Mehr als Spielfeld und Laufbahn“ – Sportstätten im gesellschaftlichen Wandel

Sportstätten – und hier vor allem Sportplätze – schienen über Jahrzehnte hinweg etwas Unveränderbares mit sich zu führen. Spielfeld, Laufbahn drumherum – vielleicht noch ein Vereinsheim zur Verköstigung der Zuschauer in der Nähe oder direkt daran. Feierabend. Doch ein zunehmend schneller Wandel des Sportverhaltens und veränderte, kurzlebigere Ansprüche der Menschen schlagen sich auch auf die Wünsche an einen Sportplatz nieder.

Längst reagieren die Vereine auf diesen Wandel, passen sich den Zeiten an, um auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Sportleben ihrer Mitglieder spielen zu können. Sportstätten richten sich mit ihrem Angebot heute nicht mehr nur allein an die unter 20jährigen sondern fordern auch die Generationen der Eltern und Großeltern auf, gemeinsam über die Generationsgrenzen hinweg Freizeit und Sport zu erleben.

sportanlage_wandel_© Deutscher Tennis Bund© Deutscher Tennis Bund

Während sich Trends aus den 80er und 90er Jahren wie Inline oder Bungeespringen ihre Nischen gesucht haben, ist zu beobachten: Je älter die sogenannten Trendsportler sind, desto wahrscheinlicher ist die langlebige Überführung des Trends in den sportlichen Alltag. Siehe Jogging, Fitness, Walking oder Wellness. So scheinen vor allem Sportarten gefragt, die über die Generationen hinweg funktionieren. Bei den Kindern und Jugendlichen ebenso wie bei den „Best Agern“ und vor allem bei den Senioren. Denn aufgrund der demographischen Entwicklung ist gerade hier ein großes Potenzial mehr als nur zu vermuten.

Wie also sollte eine moderne Spielstätte aussehen? Landschaftsarchitekt Lüder Hoppe vom Planungsbüro G. & L. Hoppe mit Sitz in Bremerhaven beschreibt eine nahezu perfekte moderne Sportstätte in einem Aufsatz so:

„Der Fußballplatz wandelt sich zu einer multifunktionalen Sportanlage. Der oft stiefmütterlich behandelte Spielbereich für die Kleinsten wird aufgewertet. Er liegt in Sichtweite von Ausschank und Sitzgelegenheiten. Für Jugendliche und ihre immer schnelllebigeren Trends stehen mindestens zwei Flächen zur Verfügung: ein Sandfeld für die Gruppe der Beach-Sportarten sowie ein asphaltiertes Kleinspielfeld. Hier können neben den Skate- und Inliner-Sportarten auch Ballspiele wie Basketball und Futsal die Fläche erobern. Das Großspielfeld für den Fußball wird weiterhin ein wichtiger Bereich der Sportstätte sein. Hier werden jedoch neue Anforderungen in Richtung Mehrfachnutzung gestellt werden – ist es denkbar auf dem Fußballplatz eine Driving-Range für Golfspieler einzurichten? … Neben diesen wettkampfbetonten Sportarten ist gegenwärtig ein wachsendes Interesse an gemeinschaftsbetonten Sporterlebnissen zu beobachten. Sportarten wie Nordic Walking und Boule (Pétanque) haben derzeit großen Zulauf. Dies hat sicherlich eine Vielzahl von Ursachen, bei denen die Aspekte Gesundheit und Gemeinschaftserlebnis wichtige Rollen übernehmen. Die klassischen Anlagen der Leichtathleten (100- 400m Laufbahn, Sprunggrube) werden weiterhin gepflegt, hier ist jedoch die Ergänzung mit Angeboten anzudenken, die körperlich noch verträglicher sind (z. B.: Finnbahn).“

Eines aber scheint auch gewiss: Diese veränderten Nutzungsanforderungen und Angebote bedürfen einer intensiven Diskussion in den Vereinen und auch mit den Experten des Sportstättenbaus.

Finanzierung von Sportstätten: Wer fördert wie?

Der Wunsch nach einer neuen oder veränderten Sportstätte ist relativ einfach zu formulieren. Doch dann tauchen die Herausforderungen auf. Dabei geht es nicht allein um die Fragen, was soll angeboten werden? Wer hilft durch Eigenleistung? oder: Welche Beläge werden benötigt? Sondern vor allem: Finden wir Sponsoren und wer kann das bezahlen?

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Wir geben einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten zur Finanzierung neuer oder zu renovierender Sportstätten.

Sportfördermittel der jeweiligen Länder und des Bundes

Die Mittel der Bundesländer werden entsprechend der Richtlinien zur Förderung des Sportstättenbaus fast überall über die jeweiligen Landessportbünde vergeben. Auch auf Bundesebene finden sich zahlreiche Programme zur Förderung des Baus von Sportstätten.

Linksammlung „Landessportbünde“ zur Sport- und Sportstätten-Förderung und Vereinsentwicklung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Baden-Württemberg

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Förderdatenbank des Bundesministerium Wirtschaft und Energie


Kommunale Mittel aus den Gemeinden und Landkreisen 

Auch wenn Vereine hier um die Gunst und das Gehör von kommunalen Politikern mit den oft flexibler agierenden kommerziellen Sportanbietern konkurrieren müssen, finden starke Sportgemeinschaften oft einen Weg, um gerade die Politiker vor Ort für den Neu- oder Umbau zu begeistern. Schließlich ist die positive Entwicklung eines Vereins auch für die Politik ein gutes Zeichen und mitunter sogar ein echtes persönliches Aushängeschild. Und erfolgreicher Sportstättenbau hat immer eine positive öffentliche Wirkung. Ebenfalls ist eine Verknüpfung mit Schulprogrammen sinnvoll. Sobald Schulen die Anlagen mitnutzen können, eröffnen sich sicherlich weitere kommunale Töpfe, ggfls. auch auf regionaler und Länderebene. Hier lohnt es sich immer, den Kontakt mit den Beratern in den Landes-, Kreis- und Stadtsportbünden aufzunehmen.

Förderung durch die Europäische Union

Auch wenn keine direkten Programme zur Förderung von Sportstätten auf kommunaler bis zur nationalen Ebene aufgelegt werden, so ist doch die Förderung von Einzelprojekten durch die Strukturfonds bzw. oder Regionalentwicklungsprogrammen denkbar. Der Deutsche Olympische Sportbund gibt hier einen Überblick.

DOSB: „Sportstättenförderung durch die EU – ein Leitfaden“

Vereine aufgepasst beim Verkauf von Lebensmitteln!

Seit dem 13. Dezember 2014 gelten verbindlich die neuen Kennzeichnungspflichten beim Verkauf von Lebensmittel. Verstöße können nicht nur durch die zuständigen Aufsichtsämter geahndet werden – es drohen auch Abmahnungen durch Gastronomen und Händler. Das neue Gesetz gilt auch für Vereine, wenn sie Speisen und Getränke entgeltlich anbieten – natürlich nicht in jedem Fall. Ausgenommen ist zum Beispiel „die gelegentliche Handhabung, Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln“ im kleinen Rahmen – aber wo endet der?

Mit dem 12.12.2014 löste die neue EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV 1169/2011) nach einer zweijährigen Übergangszeit die vorherige Lebensmittelkennzeichnungsverordnung LMKV 2000/13/EG ab. Nach dem 13.12.2014 verlangt der Gesetzgeber von allen Anbietern auch für nicht vorverpackte Lebensmittel (lose Ware) eine verbindliche Kennzeichnung der 14 häufigsten Allergene.

Auch Vereine sind betroffen

Das gilt auch für Vereine, wenn sie Speisen und Getränke entgeltlich anbieten.
Ausgenommen ist nur „die gelegentliche Handhabung, Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln“ im kleinen Rahmen (Leitfaden für die Durchführung einzelner Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene). Das gilt etwa für Vereinsfeste, und -veranstaltungen oder die Verpflegungen von freiwilligen Helfern. Dass sich der Verkauf von Speisen auf Vereinsmitglieder beschränkt, spielt aber keine Rolle.

Das bedeutet: Die Kennzeichnungspflicht besteht bei allen größeren Veranstaltungen und beim regelmäßigen Verkauf von Speisen und Getränken, auch wenn er nur in kleinem Umfang erfolgt.

Zuständig für die Einhaltung der Vorschriften sind die Veterinär- und Lebensmittelkontrollbehörden der Stadt- und Kreisverwaltungen. Werden die Vorschriften der LMIV nicht eingehalten, machen die Prüfer entsprechende Auflagen. Ordnungsgelder oder die Schließung von Verkaufseinrichtungen drohen von hier also nur, wenn Prüfungen durchgeführt werden und die Auflagen in der Folge nicht beachtet werden.

Abmahnungen durch Konkurrenten

Sehr viel problematischer kann dagegen die wettbewerbsrechtliche Seite sein. Aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ergeben sich gleich zwei Ansatzpunkte für Abmahnungen durch andere Gastronomen und sonstige Lebensmittelunternehmer:

  • Nach § 4 Nr. 11 UWG handelt unlauter, „wer einer gesetzlichen Vorschrift zuwiderhandelt, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln“. Eine solche gesetzliche Vorschrift ist die LMIV.
  • Außerdem kann die fehlende Kennzeichnung als „irreführende geschäftliche Handlung“ nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG betrachtet werden. Kunden dürfen nämlich davon ausgehen, dass mangels Auszeichnung keine Allergene enthalten sind. Damit werden sie über die Beschaffenheit der Ware getäuscht.

Abmahnung durch die Konkurrenten enthalten eine Unterlassungserklärung und in der Regel die Forderung einer Vertragsstrafe – meist in empfindlicher Höhe. Abmahnen kann nach § 8 Abs. 3 UWG jeder Mitbewerber – also z.B. jeder andere Gastronom.

Weiterführende Informationen gibt es hier.

(Quelle: vereinsknowhow.de)

Steuer-Hinweis: Vorsicht bei Sachgeschenken!

Die Obergrenze für Zuwendungen an Mitglieder soll zum Jahreswechsel auf 60 Euro steigen, aber es ist trotzdem Vorsicht geboten. Denn vieles scheint unklar. Durch die Lohnsteueränderungsrichtlinien werden ab dem 1.1.2015 die Grenzbeträge für Aufmerksamkeiten (Sachzuwendungen, Arbeitsessen und Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen) angehoben. Geschenke des Arbeitgebers zum Geburtstag, zu anderen persönlichen Anlässen oder bei Betriebsveranstaltungen sind dann bis zu einem Wert von 60 Euro steuerfrei.

Bisher betrug der Wert 40 Euro (Lohnsteuer-Richtlinien R 19.6). Aber ob damit auch die 40-Euro-Grenze für Zuwendungen an Mitglieder steigt, ist nicht geklärt. Diese Grenze basiert auf einer Verwaltungsregelung im Anwendungserlass zur Abgabenordnung (Ziffer 9 zu § 55 Abs. 1 Nr. 1 AO). Danach sind Zuwendungen an Mitglieder ohne Schaden für die Gemeinnützigkeit, „soweit es sich um Annehmlichkeiten handelt, wie sie im Rahmen der Betreuung von Mitgliedern allgemein üblich und nach allgemeiner Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen sind“.

Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Zuwendungsgrenze für gemeinnützige Einrichtungen damit erhöht. Es gibt nämlich keine Verwaltungsregelung, die die 40-Euro-Grenze an die Aufmerksamkeiten-Regelung der Lohnsteuer-Richtlinien bindet.

Vereine sollten deswegen mit dem Finanzamt klären, ob es künftig Zuwendung bis zu 60 Euro pro Person und Jahre akzeptiert.

Hinweis: Solche Zuwendungen sind nur in Sachform zulässig. Geldgeschenke sind generell gemeinnützigkeitsschädlich.

(Quelle: vereinsknowhow.de)

Diese Maßnahmen sind für die SEPA-Umstellung im Verein erforderlich

Rechtsgrundlagen prüfen!
Grundlage für das Beitragswesen ist die Satzung des Vereins. Dazu gehören u. a. auch die Regelungen zur Erhebung der Beiträge und die Festlegung der Fälligkeit. Im Rahmen der Einführung des SEPA-Verfahrens muss der Verein zunächst also die Satzung, und in der Folge die Beitragsordnung und die Aufnahmeformulare, prüfen und ggf. anpassen. Eine Pflicht zur Erteilung eines SEPA-Lastschriftmandats kann sich nur aus der Satzung des Vereins ergeben.

Erforderliche Daten beschaffen
Das SEPA-Verfahren setzt voraus, dass der Verein eine Gläubiger-ID hat und die Bankdaten der Mitglieder auf die IBAN und die BIC umgestellt worden sind. Hinzu kommt, dass der Verein für jedes Mitglied eine Mandatsreferenz vergeben haben muss. Wenn diese Daten nicht vorliegen, kann der Verein nicht am SEPA-Verfahren teilnehmen.

Inkassovereinbarung mit Hausbank abschließen
Das künftige Verfahren und dessen Abwicklung muss mit der Hausbank des Vereins auf der Grundlage einer sog. Inkasso-Vereinbarung fixiert werden. Dazu muss der Vorstand nach § 26 BGB einen entsprechenden Vertrag mit der Bank abschließen.

Information der Mitglieder zwingend erforderlich
Die Mitglieder müssen rechtzeitig auf geeignete Art und Weise über die Einführung des SEPA-Verfahrens informiert und hingeführt werden. Dies betrifft sowohl die Altmitglieder, die bereits dem Verein eine Einzugs- und/oder Lastschriftermächtigung erteilt haben, als auch die neu eintretenden Mitglieder. Nach Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens müssen die Mitglieder vorab rechtzeitig vor dem Lastschrifteinzug vom Verein informiert werden.

Neue Lastschriftmandate mit den Mitgliedern vereinbaren
Die Einführung des SEPA-Verfahrens sollte generell dazu genutzt werden, den Beitragseinzug auf Grundlage einer Satzungsregelung nur noch per Lastschrifteinzug bei den Mitgliedern zu erheben. Ggf. müssen fehlende Lastschriftmandate schriftlich mit den Mitgliedern vereinbart werden, dies gilt auch für alle Neumitglieder.

(Quelle: verein-aktuell.de)

Ehrenamt und 256-Euro-Grenze

Nach § 22 Absatz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) sind „sonstige Einkünfte“ nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie unter 256 Euro im Kalenderjahr betragen. Sonstige Einkünfte werden angenommen, wenn kein Arbeitsverhältnis vorliegt und eine Überschusserzielungsabsicht fehlt.

Ein neuerer Erlass der Oberfinanzdirektion Frankfurt zeigt das am Beispiel von Rettungsschwimmern (14.05.2014, S 2257 A – 11 – St 220):
Die Rettungsschwimmer stehen in keinem Arbeitsverhältnis – weder zu den Einsatzgemeinden noch zum DLRG. Sie erzielen somit keine Einkünfte nach § 19 EStG (nichtselbständige Arbeit). Deswegen greift die Regelung des § 22 Nr. 3 EStG für sonstige Einkünfte: Sie sind nicht steuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.

Vorstandsämter

Die unentgeltliche Ausübung eines Ehrenamtes, beispielsweise als Vereinsvorsitzender oder als Kassierer, begründet kein Dienstverhältnis im steuerlichen Sinne. Zivilrechtlich liegt ein Auftragsverhältnis vor (§§ 662ff BGB) – eine sog. unentgeltliche Geschäftsbesorgung.

Daran ändert grundsätzlich auch die allgemein übliche Regelung nichts, dass diesen ehrenamtlich Tätigen die tatsächlich entstandenen Kosten ersetzt werden, dazu zählen beispielsweise Reisekosten, Portokosten und Telefongebühren. Erhält ein ehrenamtlich tätiger Vereinsfunktionär eine monatliche Aufwandsentschädigung, so handelt es sich nicht um Arbeitslohn oder um eine andere steuerliche Einkunftsart, wenn die Vergütungen die mit der Tätigkeit zusammenhängenden Aufwendungen nicht übersteigen, also im Regelfall gerade den Aufwand abdecken oder auch nur unwesentlich übersteigen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist in diesen Fällen davon auszugehen, dass es bereits an der Absicht fehlt, Überschüsse zu erzielen, so dass es sich bei dem gewährten Aufwendungsersatz um nicht steuerbare Einnahmen handelt (BFH-Urteile vom 23.10.1992, VI R 59/91 – zu Amateurfußballspielern – und vom 4.08.1994, VI R 94/93 – zu Sanitätshelfern).

Aufwandsersatz über die nachgewiesenen Aufwendungen hinaus

Ein Aufwandsersatz – d.h. die Erstattung nachgewiesener, tatsächlich angefallener Kosten – ist steuerfrei. Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs ist auch eine geringfügig über die „Selbstkosten“ hinausgehende Erstattung nicht als Überschusserzielungsabsicht zu werten. Zur Vereinfachung geht die Finanzverwaltung davon aus, dass Aufwendungsersatz für ehrenamtliche Tätigkeiten, der über die steuerlich als Werbungskosten/Betriebsausgaben hinausgehenden Beträge geleistet wird, nur dann steuerpflichtig ist, wenn er im Kalenderjahr den Betrag von 256 Euro erreicht. Dabei handelt es sich um eine Freigrenze. Das bedeutet, dass der volle Betrag steuerpflichtig ist, falls im Kalenderjahr Aufwendungsersatz gewährt wird, der die als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähigen Beträge um mindestens 256 Euro übersteigt.

Beispiel: Ein Schiedsrichter erhält für 22 Einsätze im Kalenderjahr jeweils 12 Euro pro Einsatz (= 264 Euro). Kann er keine Werbungskosten/Betriebsausgaben (z. B. Fahrtkosten) abziehen, sind diese Einkünfte steuerpflichtig.
Wären dem ehrenamtlichen Schiedsrichter bei einem auswärtigen Einsatz tatsächliche Fahrtkosten für eine Strecke von 40 km entstanden (40 km × 0,30 € = 12 €), die ebenfalls mit dem Aufwendungsersatz abgegolten werden, würde der Erstattungsbetrag nur um 252 Euro (264 – 12 Euro) über den als Werbungskosten/Betriebsausgaben abzugsfähigen Aufwendungen liegen. Der Aufwendungsersatz würde sich dann innerhalb der Freigrenze bewegen und deshalb nicht zu steuerpflichtigen Einkünften führen.

Ehrenamtsfreibetrag und 256-Euro-Grenze

Im Rahmen des Steuerbefreiung des Ehrenamtsfreibetrag (§ 3 Nr. 26 a EStG) sind Zahlungen bis 720 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei. Handelt es ich bei den Zahlungen um sonstige Einkünfte, kann dann zusätzlich die Freigrenze des § 22 Nr. 3 EStG von 256 Euro in Anspruch genommen werden (BMF, 25.11.2008, IV C 4 – S 2121/07/0010).

Da Amateursportler nach Auffassung des BMF den Ehrenamtsfreibetrag nicht in Anspruch nehmen können, ist hier die 256-Euro-Grenze nach wie vor wichtig.

Nicht klar ist, in welchen Fällen die Finanzverwaltung davon ausgeht, dass Zahlungen im Rahmen der Ehrenamtspauschale weder Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit noch aus abhängiger Beschäftigung sind. Die 720 Euro pro Jahr lassen sich in der Regel aber als pauschaler Aufwandsersatz darstellen. Dann wären darüber hinaus gehende Zahlungen im Rahmen der Freigrenze des § 22 Absatz 3 EStG (also unter 256 Euro) steuerfrei.

(Quelle: Vereinsknowhow)

Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf Sportvereine

Das zum 1. Januar 2015 in Kraft tretende Mindestlohngesetz wird auch auf die Sportvereine in Deutschland Auswirkungen haben. Einige betroffene Beschäftigungsformen: geringfügige Beschäftigungen, Übungsleitervergütungen, die den Freibetrag übersteigen, Vertragsamateure und hauptamtliche Beschäftgungen. Keine Rolle spielt das Gesetz hingegen bei Vereinen, die ausschließlich über ehrenamtliche Mitarbeiter verfügen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen hat die Führungs-Akademie des DOSB zusammengetragen:

Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf Sportvereine

(Quelle: DOSB)