„Mehr als Spielfeld und Laufbahn“ – Sportstätten im gesellschaftlichen Wandel

Sportstätten – und hier vor allem Sportplätze – schienen über Jahrzehnte hinweg etwas Unveränderbares mit sich zu führen. Spielfeld, Laufbahn drumherum – vielleicht noch ein Vereinsheim zur Verköstigung der Zuschauer in der Nähe oder direkt daran. Feierabend. Doch ein zunehmend schneller Wandel des Sportverhaltens und veränderte, kurzlebigere Ansprüche der Menschen schlagen sich auch auf die Wünsche an einen Sportplatz nieder.

Längst reagieren die Vereine auf diesen Wandel, passen sich den Zeiten an, um auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Sportleben ihrer Mitglieder spielen zu können. Sportstätten richten sich mit ihrem Angebot heute nicht mehr nur allein an die unter 20jährigen sondern fordern auch die Generationen der Eltern und Großeltern auf, gemeinsam über die Generationsgrenzen hinweg Freizeit und Sport zu erleben.

sportanlage_wandel_© Deutscher Tennis Bund© Deutscher Tennis Bund

Während sich Trends aus den 80er und 90er Jahren wie Inline oder Bungeespringen ihre Nischen gesucht haben, ist zu beobachten: Je älter die sogenannten Trendsportler sind, desto wahrscheinlicher ist die langlebige Überführung des Trends in den sportlichen Alltag. Siehe Jogging, Fitness, Walking oder Wellness. So scheinen vor allem Sportarten gefragt, die über die Generationen hinweg funktionieren. Bei den Kindern und Jugendlichen ebenso wie bei den „Best Agern“ und vor allem bei den Senioren. Denn aufgrund der demographischen Entwicklung ist gerade hier ein großes Potenzial mehr als nur zu vermuten.

Wie also sollte eine moderne Spielstätte aussehen? Landschaftsarchitekt Lüder Hoppe vom Planungsbüro G. & L. Hoppe mit Sitz in Bremerhaven beschreibt eine nahezu perfekte moderne Sportstätte in einem Aufsatz so:

„Der Fußballplatz wandelt sich zu einer multifunktionalen Sportanlage. Der oft stiefmütterlich behandelte Spielbereich für die Kleinsten wird aufgewertet. Er liegt in Sichtweite von Ausschank und Sitzgelegenheiten. Für Jugendliche und ihre immer schnelllebigeren Trends stehen mindestens zwei Flächen zur Verfügung: ein Sandfeld für die Gruppe der Beach-Sportarten sowie ein asphaltiertes Kleinspielfeld. Hier können neben den Skate- und Inliner-Sportarten auch Ballspiele wie Basketball und Futsal die Fläche erobern. Das Großspielfeld für den Fußball wird weiterhin ein wichtiger Bereich der Sportstätte sein. Hier werden jedoch neue Anforderungen in Richtung Mehrfachnutzung gestellt werden – ist es denkbar auf dem Fußballplatz eine Driving-Range für Golfspieler einzurichten? … Neben diesen wettkampfbetonten Sportarten ist gegenwärtig ein wachsendes Interesse an gemeinschaftsbetonten Sporterlebnissen zu beobachten. Sportarten wie Nordic Walking und Boule (Pétanque) haben derzeit großen Zulauf. Dies hat sicherlich eine Vielzahl von Ursachen, bei denen die Aspekte Gesundheit und Gemeinschaftserlebnis wichtige Rollen übernehmen. Die klassischen Anlagen der Leichtathleten (100- 400m Laufbahn, Sprunggrube) werden weiterhin gepflegt, hier ist jedoch die Ergänzung mit Angeboten anzudenken, die körperlich noch verträglicher sind (z. B.: Finnbahn).“

Eines aber scheint auch gewiss: Diese veränderten Nutzungsanforderungen und Angebote bedürfen einer intensiven Diskussion in den Vereinen und auch mit den Experten des Sportstättenbaus.

4 Gedanken zu “„Mehr als Spielfeld und Laufbahn“ – Sportstätten im gesellschaftlichen Wandel

  1. Ja davon sind auch wir Luftsportler überzeugt. Leider aber hat der BLSV unsere Sportstätten (Flugplatz) aus dem Angebot und damit der Förderung verbannt. Das Grundgesetz gilt also auch hier nicht (gleiches Recht für alle)

  2. Da mittlerweile die meisten Fußballpätze Rasenplätze sind, können sie nicht 5x pro Woche benutzt werden, weil der Rasen sonst recht schnell abgenutzt wird. Dies schränkt die mehrfache Nutzung dieser Fläche schon sehr ein. Das ist auf Hartplätzen einfacher.

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